Dorfgeschichte

Dorfgeschichte chronologisch

Bürgermeister

Schule und Lehrer

Buch Dorfchronik / Begriffserläuterungen

Entwicklung der Landwirtschaft

Einwohnerstatistik

Dorfgeschichte Chronologisch

1293

Erste urkundliche Erwähnung als Rifelbach: 1/3 des Zehnten als Lehen von Ritter Eberhard von Odenbach an Frau Agnes

 

1321

erste Erwähnung einer Kapelle in Rifelbach (zu Johanniterorden, Meisenheim) Ryffelbach

 

1370

Ryffelbach und Riffelbach

 

1387

R. zu Glanmühle in Odenbach „gebannt", Mühle bis 1938 in Betrieb

 

1401

Rifelbach

 

1404

Ryffelbach

 

1406

Riffelbach

 

1440

Rieffelbach

 

1453

Erste Bergleute in Odenbach

 

1485

R. Kirche von Kloster Otterberg zu Meisenheim gewechselt

 

1510

ryffelbach

 

1526

Reformation in Meisenheim

 

1587

Musterungslisten (siehe Chronik)

 

1600

und früher bereits Steinkohleabbau

 

1601

Grenzstein am Lehenberg (zu Schmittweiler)

 

1667

Reyffelbach

 

1683

Franziskaner (Katholiken) kommen nach Meisenheim, erste Katholiken nach R.

 

1697

Kapelle verfallen nach pfälz. Erbfolgekrieg (1688-1697)

 

1721

Wiederaufbau der Kapelle, Nutzung durch alle 3 Religionen

 

1724

Reifelbach

 

1739

Auswanderer (siehe Chronik)

 

1740

neue Schürferlaubnis für Kohle beantragt

 

1750

Glashütte Christianshütte eröffnet und 1758 geschlossen; 23 Arbeiter; Fensterglas

 

1776

Grenzstein an Scherbelswald

 

1776

Huldigungsliste (siehe Chronik)

 

1786

4 Kohlengruben in Hollerbach vorhanden

 

1815

Reiffelbach mit Oberamt Meisenheim an Hessen-Homburg

 

1832

Neubau der Schule in Dorfmitte

 

1835

Abbruch der Kapelle und Versteigerung

 

1846

Kohlenabbau auf 378 ha (Kohlenfeld)

 

1849

Neubau der Kirche

 

1869

Gründung Knappschaftsverein für die Kohlengruben

 

1870

Reiffelbach von durchziehenden Truppen besetzt

 

1875

Gründung des Männergesangvereins

 

1885

neue Trasse der Straße nach Roth/Odenbach

 

1898

Starkes Unwetter in Reiffelbach, Gangloff, Becherbach

 

1910

Erster Führerschein in Reiffelbach:  Peter Stein

 

1912

Neubau der Volksschule

 

1914

Beginn I. Weltkrieg

 

1918

Ende I. Weltkrieg, … Namen von Gefallenen und Vermissten sind auf Ehrenmal eingetragen, Fotos z. T. auch in der Chronik

 

1920

elektrisches Licht kommt ins Dorf
Kohlengrube Hollerbach und Pfarrwiese geschlossen, Gruben Abrech I und II noch in Betrieb

 

1921

Eber- und Bockhaltung durch die Gemeinde beschlossen
Pflichtfeuerwehr für alle Männer von 16 bis 50 Jahren

 

1925

Anschluss an die Stromversorgung

 

1926

Erste Dreschmaschine drischt das Getreide in den einzelnen Bauernhöfen

 

1927

Erstes Motorrad in Reiffelbach:  Eduard Gräff

 

1929

Herrichtung eines Armenhauses (kleine Wohnung im jetzigen Haus Wilbert)
Kraftpostlinie von Odenbach über Reiffelbach nach Dielkirchen

 

1931

Erster Mähbinder für Getreide im Ort

 

1933

Flurbereinigung durch Flurbereinigungsamt Neustadt
Anlage des Sportplatzes in den Hartwiesen (heutige Tennisplätze)

 

1934

Rodung des Gemeindewaldes „In der Muhl" bis 1936 (heute Weideflächen)

 

1935

Kraftpostlinie von Meisenheim über Reiffelbach nach Dielkirchen

 

1936

Erstes Auto in Reiffelbach:  Lehrer Müller
Eingliederung von Reiffelbach und Callbach für Spielmannszug Becherbach

 

1938

Einführung 8. Schuljahr, Einführung Berufsschul - Pflicht

 

1939

Beginn des II. Weltkrieges

 

1945

Durchzug von deutschen Soldaten (Preußen) von Reiffelbach nach Roth
Geschützeinheit war in „Muhl" stationiert
Ende des II. Weltkrieges, , … Namen von Gefallenen und Vermissten sind auf Ehrenmal eingetragen, Fotos z. T. auch in der Chronik Reiffelbach in französischer Besatzungszone
Kohlensuche (privat) in den Stollen in der Hollerbach

 

1948

Anschluss an Landkraftpostlinie II (ab Rockenhausen)
Gründung Ortsverein der Bauern- und Winzerschaft

 

1949

Gründung des Unterhaltungsvereins Reiffelbach

 

1952

Einweihung der 2 Glocken in der Kirche

 

1952

Haltung von gemeindeeigenen Bullen im Ort

 

1953

Gründung der Ortsgruppe des V.D.K.

 

1954

Verlegung der Wasserleitung von Stollen in Hollerbach in Hochbehälter und in Häuser
Bau des Ehrenmals auf dem Friedhof

 

1958

Gründung des Schützenvereins „Tell"

 

Abriss der alten Lehrerwohnung in der Dorfmitte

 

1959

Abriss des alten Schulhauses in der Dorfmitte
Gründung der Jagdgenossenschaft

 

1960

Verrohrung des Reiffelbaches und Verlegung des Kanals in den Straßen

 

1961

Flurbereinigung in der Feldlage (ohne Dorflage)
Neubau einer Lehrer – Dienstwohnung im Unterdorf
Bereitstellung Baugelände Schafgarten

 

1962

Gründung des Fußballsportvereins „FSV Reiffelbach"

 

1963

Forstamt kauft Kleeberg und legt Mischwald an

 

1965

Forstamt kauft Flächen an Frauenhölle und legt Wald an

 

1966

Bau des Sportplatzes in der Hollerbach

 

19..

Bau des Schützenhauses in der Hollerbach

 

1967

Klassen 5 – 8 gehen in die Gemeinschaftsschule Meisenheim

 

1968

Gründung des Frauensingkreises

 

1968

Abriss des alten Gemeindehauses (Ortsmitte)

 

1969

Verwaltungsreform: Reiffelbach aus Kreis KUS in Kreis KH integriert
Einweihung der Orgel in der Kirche

 

1970

Verlegung des Schulunterrichts Klasse 1 – 4 nach Meisenheim, Nutzung der Schule als Gemeindehaus

 

1971

Umwandlung der Pflichtfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr

 

1972

Umbau der Schule zu Gemeindesaal, Küche und Nebenräumen

 

1975

Gründung des Vereins "Freunde und Förderer der Freiw. Feuerwehr Reiffelbach"
Ev. Gemeinde gehört mit bish. Pfarrei Gangloff zur Pfarrei Odenbach

 

1979

Anschluss von Gangloff an unsere Kläranlage über Transportleitung

 

1981

Genehmigung des Dorfwappens

 

1982

Gründung des Tennisclub Reiffelbach

 

1985

Einbau der Kirchturmuhr

 

1987

Anschluss an die Trinkwasserversorgung Westpfalz
Verkauf der Lehrerdienstwohnung

 

1988

Erwerb des Anwesen Feld und Abriss für Feuerwehr und Gemeinde

 

1990

Neubau des Feuerwehrhauses und der Gemeinde-Garage

 

1992

Einweihung Feuerwehrhaus

 

1993

Flagge / Banner genehmigt
„700-Jahr-Feier" Reiffelbach

 
 

19..

Neubau der Grillhütte und der überdachten Grillstelle mit Theke

 

2010

Renovierung des Gemeindehauses: Treppenhaus, Flur, Saal, Heizung, Küche

 

 

 Bürgermeister

Die Ortsbürgermeister hatten verschiedene Titel. Bürgermeister war der Titel für den Leiter der Bürgermeisterei, heute der Verbandsgemeinde.

1712

Gemeindevorsteher Amman, Johann

1765

Gemeindevorsteher Gattel, Jakob

1899-1910

Adjunkt Mathern, Johann

1910-1919

Adjunkt Gräf, Philipp

1919-1920

Adjunkt Mattern, Jakob

1920-1930

2. Bürgermeister Mattern, Jakob

1930-1931

2.Bürgermeister Maurer, Johann

1931-1933

2.Bürgermeister Gabbert, Jakob

1933-1935

2.Bürgermeister Zink, Jakob

1935-1945

1. Beigeordneter Zink, Jakob

1945-1946

2.Bürgermeister Prass, Alfred

1946-1948

2.Bürgermeister Paul, Fritz

1948-1954

Ortsbeigeordneter Paul, Fritz

1956-1964

Ortsbeigeordneter Demmel, Gustav

1964-1970

Ortsbeigeordneter Stibitz, Ludwig

1970-1985

Ortsbürgermeister Stibitz, Ludwig

1985-1994

Ortsbürgermeister Klein, Otto

1994-...

Ortsbürgermeister Stibitz, Manfred

 Schule/Lehrer

 

1524

Erste Schulen im Herzogtum Zweibrücken, Schulmeister meist Pfarramtskandidaten

1575

Diakon Gnan, Casparius aus Meisenheim

1585

Subdiakon Chun, Johannes

1593

Pfarrer sollen auch Schule halten

1723

Schulmeister Mayberger, Johannes

1775

Schulordnung neu, im Sommer Kurzunterricht, Unterricht bis 13 Jahre, 7. Klasse

1776

Schulmeister Praß, Jacob

1832

Bau der alten Schule in Dorfmitte (heute Spielplatz)

1892-1899

Lehrer Ziegenspeck

1899-1904

Lehrer Weinkauf

1904-1908

Lehrer Linn

1908-1920

nicht bekannt

1912

Neubau der Volksschule im Unterdorf (80 Jahre nach dem Neubau in Dorfmitte)
Nutzung der alten Schule als Lehrerwohnung

1920-1929

Lehrer Häge, Heinrich (Foto Chronik, S. 157)

1929-1934

Lehrer Wilking

1934-1935

Lehrer Wasem

1935-1940

Lehrer Müller (Foto Chronik, S.157)

1938

Einführung des 8. Schuljahres

1940-1941

Lehrerin Braun

1941-1943

Lehrer Krennrich

1943 – 1946

kein Schuldienst

1946 - 1949

Lehrer Stöckner (Foto Chronik, S.158)

1949 - 1955

Lehrer Hemmer (Foto Chronik, S.158)   Miete in altem Schulhaus

1955

Lehrer Weihnacht

1955 – 1957

Lehrer Rapf-Schramm; Max     Miete in altem Schulhaus

1957 - 1958  

Lehrer Bug, Gustav

1958 – 1959

Lehrer Tippel, Fritz

1958

Abriss alte Lehrerwohnung in Dorfmitte

1959

Abriss altes Schulhaus in Dorfmitte

1959-1960

Lehrerin Zeh, Elfriede (später Milster)   Miete bei Ackermann

1960-1962

Lehrerin Wiedemann, Ilse      Miete bei Hinz

1961 – 1962

Lehrer Klein, Erich

1961

Neubau der Lehrer – Dienstwohnung (heute Spangenberger)

1962 - 1971

Lehrerin Milster, Elfriede     in neue Lehrerwohnung

1967

Klassen 5 – 8 gehen in die Gemeinschaftsschule Meisenheim (in anderen Kreis und Regierungsbezirk!)

1970

Verlegung des Schulunterrichts Klasse 1-4 nach Meisenheim, Nutzung der Schule als Gemeindehaus

1972

Umbau der Schule nach 60 Jahren zu Gemeindesaal, Küche und Nebenräumen

1987

Verkauf der Lehrer - Dienstwohnung

 

 Buch Dorfchronik

Allmende
zur Nutzung durch die Einwohner überlassenes Gemeindeland
Arrondissement französische Bezeichnung für Unterbezirk
Ausamt entsprach früherem Kreisgebiet (Meisenheim)
Bann Gemeindegebiet, auch Recht in abgegrenztem Gebiet; Mühlbann = Mahlzwang; Wildbann = Jagdrecht
Bede, Bethe freiwillige Abgabe, Steuer
Beisaß (1609) Beiwohner, Schutzverwandter
Beschwehrung (1574) Belastung (z.B. mit einer Grundbucheintragung)
Besthaupt Recht des Landesherrn, beim Tode des Leibeigenen sich dessen bestes Stück Vieh anzueignen
Brandmetzger beeidigter ländlicher Fleischbeschauer
Canton französische Bezeichnung für Kreis
Commune französische Bezeichnung für Gemeinde
Department französische Bezeichnung für Regierungsbezirk
Dreschflegel Stange mit Schlagstock an Lederriemen zum Ausschlagen der Körner an den Ähren
Eidam Schwiegersohn
Einquartierungskosten(1697) Kosten für die Unterbringung der Besatzungstruppen
Erblehen zur Nutznießung überwiesene Ländereien bis zum Ende der männl. Nachkommen
Faktor Handlungsbevollmächtigter vor Ort
Fassel Zuchtbulle
Fasselhalter Halter des Dorf - Zuchtbullen
Fasselwiese Gemeindewiese zur Nutzung für den Halter des Dorf - Zuchtbullen
Flachsschwinge Gerät zum Entfernen der verholzten Teile der Flachsstengel
Fruchtzehnten Steuer: 10ter Teil der Getreide-Ernte (Frucht)
Garbe (Getreide-) handliches Getreidebündel, mit Getreidehalmen oder Kordel zusammengebunden
Gerechtigkeit (1565) Hier: Recht auf Bau eines Wehres am Bach
glecken gemähtes Getreide mit Sichel aufnehmen zum Binden einer Garbe (3-4 Glecken für 1 Garbe)
gnad und ungnad (1573) Gnade = wohlwollende, freiwillige Zuwendung
Göpelwerk Antriebsanlage (durch Menschen oder Tiere), z. B. als Hebewerk
Gülten Pachtzins als Geld (Geldgülte) oder als Naturalabgabe (Fruchtgülte)
Häckselmaschine Gerät zum Zerkleinern von Pflanzenteilen
Haufen (Getreide-) 10 Garben Getreide wurden zu einem Haufen zum Trocknen im Acker aufgesetzt
Haussaß Beitragsquote an Besoldung in Naturalfrüchten
Hintersaß (1609) von Grundherrn abhängige freie oder halbfreie Bauern, ohne oder mit geringem Recht an der Allmende
Hube, Hubhof zu Fronhof gehöriger Bauernhof
Ingesiegel eigenes Siegel
Investitur Bekleidung mit einem Amte durch Überreichung der Amtszeichen
item ebenso
Kammer Rent-, Gerichts- oder Verwaltungshof
Komthur (1516) Leiter von Orden, Kommende = Komturei
Kontributionen (1697) Geldforderungen an Besiegte
Konvent Gemeinschaft, Zusammenkunft
Kopialbuch enthält Abschriften von Urkunden
Lehen zur Nutznießung überwiesene Ländereien
Lehensmann der Nutzer der überlassenen Ländereien
Leibeigene Knechte …
Leibgeding Lebensrente der Witwe zum Ersatz ihres Einbringens oder der Gegenverschreibung ihres Mannes
Mairie französische Bezeichnung für Bürgermeisterei / Verbandsgemeinde
Malter (1293) entsprechen 4 Fass = 100 l
Mann Lehensmann mit Kriegspflicht
Mannlehen gegen Kriegspflicht zur  Nutznießung überwiesene Ländereien
Metzler (1564) Metzger
Nachbauer Bauer mit geschmälertem Recht
Oberamt frühere Abgrenzung für Kreisgebiet Meisenheim
Obmann gewählter Schiedsrichter, Vorsteher
Ohmgeld, Umgeld Getränkesteuer
Rauchhafer Abgabe an Hafer pro Feuerstelle (Familie)
Reff Sense mit Holzbogen und Sprossen/Netz  für die Getreidemahd und -ablage im Schwad (gebündelt)
Regesten Nachweis von Urkunden, mit Zusammenfassungen
Requirierung (1693) Anforderung
Reskript Rückantwort auf ein Gesuch (Anfrage)
Rezeptor Einnehmer
Rinnengeld Geld für Baumrinden (=Rinne) - Verkauf
Rübenkrutzer Hacke oder Beil zum Abtrennen der Blätter bei Futterrüben
Schultheiß Beamter, der im Auftrag eines (Landes-) Herrn Leistungen (Abgaben…) einfordert, z.B. Dorfschulze;
Schultheißerei Gerichtsbezirk für mehrere Orte, später Bürgermeisteramt
Suffix Endung, Nachsilbe
Tagewerk An 1 Tag von Gespann gepflügte Fläche (0,34 ha)
Truchseß Vorstand der (kaiserlichen) Hofhaltung
Truchseßamt Verwaltungsamt des Vorstandes der (kaiserlichen) Hofhaltung
unersucht(1573) ohne Auftrag
Vasall Lehensmann  
Verweser Stellvertreter; nicht-schulischer Lehrer; Stellvertreter von Pfarrer
weiland zu Lebzeiten; ehemals; in der Vergangenheit
Weisthum Urkunde über örtliche  Gerechtsamen = Berechtigungen (Mühlenrecht, Wegerecht…)
Witthum Ende des Gütergenusses bei Witwenschaft
Zehnte Steuer: 10ter Teil von Ernte und Vieh

 

Währung

1445

1 Gulden=

14,5 Groschen=

29 Schilling=

174 Pfennig

 

 

1 Groschen=

2 Schilling=

12 Pfennig

 

2 Gulden=

3 Pfund Heller

 

 

1460

1 Gulden=

18 Groschen=

 

216 Pfennig

 

 

1 Groschen=

 

12 Pfennig

1486

1 Gulden=

24 Albus=

 

192 Pfennig

1498

1 Albus=
(lat. denarios albos)

1/2 Batzen

1 Wittpfennig

 

bis 1632

 

1 Albus=

 

8 Pfennig

 

Flächen-, Längen- und Holzmaße

Bayern

 

1 Morgen=

1 Juchert=

1 Tagwerk=

36a=

70 Dezimalen

 

 

1 Quadratrute=

100 Quadratfuß
zu 29 cm

 

 

Pfalz

 

1 Morgen=

100 Ruten=

 

23,85a

 

 

1 Tagwerk=

100 Dezimale

1 Dezimal=

34,07a

3407,27m²

Obermoschel

1802

1 Morgen=

 

 

 

4344m²

 

 

 

1 Schuh=

 

0,29m

 

 

1 Klafter Holz=

6 Schuh breit
6 Schuh hoch
3-4 Schuh lang

 

 

Lauterecken

1802

 

1 Klafter Holz=

 

 

3,1893m³

1707

1 Karch,
1 Karren=

1/4 Klafter

 

 

 

1812

 

 

1 Fuß / Schuh=

1/3m=

12 Zoll a
12 Linien

 

 

 

1 Elle=

 

60 cm

 

Maße Flüssigkeiten Hohlmaße

1798-1814

Department Donnersberg

 

 

 

 

1 Schoppen=

0,41-1,00l

 

 

 

1 Pinte=

0,95-1,09l

 

 

 

1 Maß=

1,64-4l

 

 

 

1 Ohm=

92,25-320l

 

 

1812

(ab 1913 metrisches System)

 

 

 

 

1 Viernsel=

1/4hl=

25l

 

 

1 Sester/Simmern=

1/8hl=

12,5l

 

 

1 Halbsimmern=

1/16hl=

6,25l

 

 

1 Viernling=

1/32hl=

3,125l

 

1842

1 Fuder=

10hl=

1000l

 

 

1 Ohm=

1hl=

100l

 

 

Gewichte

1798-1814

Depatment Donnersberg

 

 

 

 

1 Drachme/Quintchen=

 

 

3,52-3,92g

 

1 Lot=

 

 

14,25-15,7g

 

1 Pfund=

 

 

451,1-502,2g

1802

(Reiffelbach=Zweibrücken)

 

 

 

 

1 Pfund=

32 Lot=

 

496,515g

 

 

1 Lot=

4 Quintchen=

15,516g

 

 

1 Quint/Drachme=

 

3,879g

1812

(ab 1813 metrisches System)

 

 

 

 

1 Pfund=

 

 

500g

 

1 Pfund=

16 Unzen=

128 Gran=

72 Quentchen

Entwicklung der Landwirtschaft

Technische Entwicklung
19.. lief der erste Mähbinder für die Getreideernte im Dorf
19.. wurde der erste Schlepper gekauft
1966 war der letzte Einsatz der Dreschmaschine im Dorf
1966 war der erste Mähdrescher hier im Einsatz
1970 gab es eine Maschinengemeinscchaft (Maurer, Demmel, Dietz)
2011 waren 18 Schlepper im Dorf gemeldet


Böden
Die Böden haben in Reiffelbach nur eine geringe bis gute Qualität. Die durchschnittliche Bo-denzahl beträgt 35 – 40 (von 100) Punkte. Das Gelände ist teilweise sehr hängig, daher findet sich das Ackerland fast ausschließlich auf den Bergrücken. Die Hanglagen werden als Wiesen und Weiden genutzt und wurden teilweise aufgeforstet.

Flurbereinigung
1961 wurde vom Kulturamt eine Flurbereinigung durchgeführt, dabei wurden viele kleine Grundstücke zu größeren Einheiten zusammengelegt. Feldwege wurden neu befestigt und teilweise asphaltiert. Dränagen wurden in Wiesen und Äckern angelegt, um Staunässe abzu-führen.
Einige Betriebe aus Reiffelbach und Umgebung haben in den letzten Jahren einen freiwilligen Landtausch durchgeführt, um noch größere bewirtschaftete Einheiten zu erhalten.

Grünfuttergewinnung  
Gras und Klee wurden früher mit der Sense gemäht und frisch oder zu Heu getrocknet mit dem Pferde- oder Kuhgespann heimgefahren. 1936 gab es 11 Pferdegespanne im Dorf. Die Technik hielt hier zuerst mit der „Mähmaschine“ Einzug, die ebenfalls von Kühen oder Pfer-den gezogen wurde. Nach dem Einsatz der ersten Schlepper war diese überflüssig, da hier ein „Mähbalken“ angebaut war. Heute werden zur Mahd wieder separate Maschinen eingesetzt, z.B. Kreiselmäher.
Seit den 60er Jahren wird das Gras auch in Flachsilos zur Silage eingesäuert, um einen hohen Nährstoffertrag bei guter Haltbarkeit zu erzielen. Gras wird heute auch in Ballen siliert, für die Pferde auch angewelktes Gras als „Heulage“.
Bei der Heugewinnung wird die Nutzung vom 1. Schnitt als Heu und die vom 2. Schnitt als „Grummet“ bezeichnet. Zur Einlagerung in der Scheune wurden ab den 50er Jahren Heu-Aufzüge eingesetzt, später Ballenförderer für kleine gepresste Heuballen. Heute wird Heu fast nur noch in große Rundballen gepresst.

Rindvieh
Für die Nutzung zur Milch- und Fleischgewinnung und auch als „Fuhrkuh“ wurde das Drei-nutzungsrind gezüchtet – im Zuchtverband für die „Glan-Donnersberger“. Zuchtbullen wur-den zu Ausstellungen bis nach Koblenz gefahren und erzielten gute Preise. Im Dorf wurden zugekaufte Zuchtbullen (zur Vermeidung von Inzucht)  jeweils einige Jahre zum Decken der Kühe gehalten. Gemeindebullenhalter (Fasselhalter) waren u.a. Jakob Henn und Paul Jung. Diesen stand auch eine Gemeindewiese zur Nutzung zu (Fassel-Wiese, Farnswiese).

Milchwirtschaft
Bevor die Melkmaschinen im Dorf eingesetzt wurden, mussten die Kühe per Hand gemolken werden. Daher wurden pro Betrieb nur 5 – 8 Milchkühe gehalten. Erst durch die Melkmaschi-nen konnten größere Bestände gehalten und auch Ställe vergrößert oder neu gebaut werden. In den 30er Jahren gab es 53 Milchlieferanten in Reiffelbach. Damals wurde die Milch noch selbst entrahmt und Butter hergestellt. Dieser wurde an Marktfrauen verkauft, die übrig blei-bende Magermilch an Kälber und Schweine verfüttert.
1928 wurde die Molkereigenossenschaft in Meisenheim gegründet und die Molkerei gebaut. Aus 26 Gemeinden wurde die Milch morgens mit Pferdefuhrwerken zur Molkerei gefahren. Von hier fuhr Fritz Paul 24 Jahre lang, Tag für Tag. Später wurde die Mich mit Schlepper und Anhänger nach Meisenheim zur Molkerei gefahren, Fahrer waren: Eugen Stein, Willi Maurer, Ernst Berg.
1970 gab es über 20 Betriebe mit Milchkühen. Die Molkerei fusionierte mit der Pfalzmilch Nord. Die Milch wurde nun per Tankwagen abgeholt und nach Albisheim, später nach Thal-fang gefahren.
19.. wurde die Milchkuhhaltung vom letzten Betrieb aufgegeben und auf Mutterkuhhaltung umgestellt.

Ziegenhaltung
Neben Milchkühen wurden früher hier auch Ziegen für die Gewinnung von Milch und Butter gehalten. Ein gemeindeeigener und gekörter Ziegenbock wurde u.a. gehalten von: Karl Bauer, Fritz Schardt, Irma Bayer.

Getreideanbau
Die Aussaat erfolgte früher mit der Hand aus dem umgehängten „Sätuch“ bzw. dem „Sä-blech“, später mit der Sämaschine.
Die Ernte erfolgte mit einer speziellen Sense, dem Reff (siehe Begriffe). Die Halme wurden mit der Sichel zu Garben zusammengelegt und gebunden. 10 Garben wurden zu einem Hau-fen zusammengestellt und auf dem Feld getrocknet. Nach der Heimfahrt mit dem Ährenwa-gen wurden die Ähren in der Scheune gedroschen, anfangs mit dem Dreschflegel, später mit der Dreschmaschine, die nach der Kerwe von Hof zu Hof transportiert wurde. . Lohndrescher waren u.a. Kugelmann aus Schwegenheim und Becher aus Desloch.
Ab den 60er Jahren konnte das Getreide mit dem Mähbinder in einem Arbeitsgang gemäht und gebunden werden. 1966 kam der erste Lohn – Mähdrescher ins Dorf.

Weinbau
wurde in Reiffelbach bereits seit 1516 bei Grundstücksgeschäften in den Meisenheimer Stadt-gerichtsprotokollen erwähnt (neben Höfen, Äckern und Wiesen) :

1516 Wingert in der alten Reiffelbach
1562 Wingert im „Fassnachtsberg“
1566 Wingert in „Frauenhol“
1566 Wingertfeld am „Kalbacher Weg“
1569 Wingert am „Fastnachtsberg“
1573 Wingert im untersten „Hirttelberg“
1573 Wingarten im untersten „Hirtelberg“
1845 gab es 3 ha Reben
1935  gab es 9 ha Reben

Der Weinbau wurde noch bis in die 60er Jahre am „Fastnachtsberg“ (Wingertsberg) und in der „Frauenhölle“ betrieben.

Wald
Die Waldfläche umfasst heute über 100 ha. Bis zu den ersten Aufforstungen in den 50er Jah-ren gab es hier nur Laubwald mit überwiegend Buchen und Eichen. Die privaten Aufforstun-gen danach wurden auf Anraten des Forstamtes mit Fichten und Douglasien vorgenommen.
1932 wurde der Wald in der „Muhl“ gerodet und hier Wiesen angelegt.
1963 wurde der „Kleeberg“ und anschließend
1965  die „Frauenhölle“ durch das Forstamt angekauft und mit Nadelwald (Lärchen u.a.) aufgeforstet.
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts stand die Nutzung als Bau-, Gruben- und Brennholz im Vor-dergrund, daneben wurde auch Eichenrinde als Lohrinde zur Gerberei nach Meisenheim ge-fahren. Heute erfolgt nur noch Brennholznutzung.

 

Einwohner - Statistik

Die Zahl der Einwohner stieg bis 1871 an und sank danach ab. Durch die Flüchtlinge stieg sie 1950 an und nahm seitdem wieder ab:

1815  264
1835  339
1871  368
1905  324
1933  292
1939  279
1950   326
1961  316   
1970  304
1987  258
1997  281
2002  264
2009  241  

Die Einwohnerzahl änderte sich nach dem II. Weltkrieg nicht nur durch Geburten und Todesfälle, sondern auch durch den Zuzug von Flüchtlingsfamilien. Auch danach kamen ganze Familien hierher und zogen in die leerstehenden Gehöfte und in das Neubaugebiet.
Wenige Familien zogen auch wieder komplett weg.

Zugezogene Familien:
Abels-Rümping
Ackermann (Callbacher Weg)
Bensel
Bernhard
Bissinger
Erdmann-Conradi (Schafgarten, bis 20..)
Cromm
Dunzweiler
Gresförder (Schafgarten bis 2011)
Herrmann (Callbacher Weg, bis 20..)
Karolewski
Kexel-Böning
Klein
Klemm
Körper (Odenbacher Str.)
Kretzschmar
Kurowski
Leue
Neu
Paulus (Glastalstr.)
Reinke
Rhode
Schäfer (Odenbacher Straße)
Schneider (Ringgau)
Schey
Schneider/Gerhardt (Schafgarten, bis 20..)
Schuierer
Schweickard-Leuz
Steingötter
Stumpf
Wendel
Wilbert



Weggezogene Familien:
Ackermann (Schafgarten)
Conrad (Schafgarten)
Mehler (Schafgarten)